Philosophie von EOS

 

Unsere Jugend sucht wie keine andere Generation jemals zuvor nach echten Abenteuern. Der Prozess der Entzauberung und Ernüchterung der modernen Gesellschaft scheint einen Höhepunkt erreicht zu haben. Der Hunger nach Abenteuern, Erlebnissen, Bildern und modernen Mythologien war selten so stark wie in unserer Gegenwart. In Scharen strömen die Heranwachsenden in Filme wie „Harry Potter", „Herr der Ringe", „Narnia" oder andere Fantasy-Kultfilme. Hier finden sie, was ihren Seelen fehtl: herausfordernde und fantasievolle Abenteuer.

 

Andere Jugendliche suchen ihre Sehnsucht nach handfesten Abenteuern an den Grenzen ihres körperlichen und seelischen Leistungsvermögens zu befriedigen. Ob beim River Rafting in einer reißenden Schlucht, auf einer mörderischen Piste mit dem Mountainbike oder beim S-Bahn-Surfen: Stets lockt sie die Verheißung eines herausragenden Erlebnisses, um sie über die Tristesse des monotonen Alltags hinausheben zu können.

 

Wieder andere Jugendliche leiden an den zubetonierten und reglementierten Lebenswelten in unserer Wohlstandsgesellschaft und der medialen „Small-Talk-Kultur", die den Konsumenten mit einer wahren Springflut an trivialer Unterhaltung überschwemmt.

 

Sie alle versuchen vor dem Mangel an echten Abenteuern, der grassierenden inneren Leere und tödlichen Langeweile zu fliehen, indem sie sich künstliche Abenteuerwelten erschaffen. Dies zeigt sich in tausenderlei Facetten: vor allem aktuell in der vielbeklagten erhöhten Gewaltbereitschaft unter Jugendlichen, die auch als Symptom der galoppierenden Erlebnisverarmung zu verstehen ist.

 

Ähnlich alarmierend sind die Entwicklungen bezüglich der Zunahme des Medienkonsums unter Jugendlichen oder des Konsums von Drogen.

 

Pädagogen, Erzieher und Lehrer besorgt diese Entwicklung seit vielen Jahren. Sie spüren, dass die konventionelle Art der Erziehung und Beschulung als Modell für die neue Generation zu kurz greift.

 

Seit den 90er Jahren wurde jedoch von Sozialpädagogen und Erziehungswissenschaftlern scheinbar ein „Licht am Ende des Tunnels" entdeckt: Die Erlebnispädagogik. Lauffeuerartig breitete sich in den folgenden Jahren die Erfahrung aus, dass Erlebnispädagogik auch dann weiterhilft, wenn die traditionelle Pädagogik an Grenzen stößt. Mittlerweile ist die moderne Erlebnispädagogik in nahezu allen erzieherischen Feldern etabliert. Vom Kindergarten bis in die Hochschulen, von der Jugendhilfe bis in psychtotherapeutische Einrichtungen, genießt die Erlebnispädagogik heute hohes Ansehen und Popularität.